Do what you love and love what you do!

Dieser Spruch steht auf einem Kissen, das mir meine kleine Nichte vor einigen Jahren mit auf meine Reise in mein Sabbatical gegeben hat. In rosa Glitzerschrift mit Herzchen drumrum…eigentlich so gar nicht mein Stil und mit dem Spruch konnte ich zunächst auch nicht viel anfangen. Deshalb hat mir das Kissen anfangs auch nur umgedreht, sodass man die Schrift nicht sehen konnte, auf der langen Autofahrt den Rücken gestärkt.

Nach fast 30 Jahren Arbeit und 20 Jahren als Alleinerziehende war es Zeit, mal etwas Anderes zu machen und mich auf mich zu besinnen: Wer war ich eigentlich ohne all die Anforderungen, Ansprüche, Wünsche und Erwartungen von außen (und manchmal auch von mir selbst)? Um das herauszufinden, würde es Zeit brauchen…und Ruhe.

Meine Chefs waren einverstanden mit einem 6-monatigen Sabbatical. Der geeignete Ort war auch schnell gefunden: ein kleines Weinberg-Dorf in Südfrankreich, das ich einige Jahre zuvor im Urlaub kennengelernt hatte.

Also fuhr ich los mit diesem Kissen im Gepäck.

 ‚Do what you love and love what you do!‘

Es brauchte Zeit, um herauszufinden, was das eigentlich für mich ist und war ein echtes Abenteuer, aber ich habe es gefunden!

Als ich losfuhr wußte ich nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte keine Pläne, wollte einfach mal schauen, was passiert, wenn niemand etwas von mir will, ich keine Termine und Verpflichtungen habe und mit niemandem Kompromisse eingehen muss:

welcher Mensch wird da rauskommen? Worauf werde ich Lust haben? Was werde ich den ganzen Tag tun? Wie ist es, so lange alleine zu sein? Mein bisheriges Leben war so von äußeren Anforderungen gesteuert, dass ich auf diese Fragen wirklich keine Antworten hatte.

Ein halbes Jahr nach meiner Rückkehr habe ich meinen Job gekündigt und mich selbstständig gemacht. Ob bei meiner Arbeit oder im Privaten: Ich überlege jetzt viel bewusster, ob das was ich plane und tu, wirklich gut für mich ist und vor allem: ob ich es mit ganzem Herzen tun möchte.

Dann fühlt es sich richtig und gut an! Ich liebe das, was ich tue und wie ich es tue und das wirkt sich auch auf auf meine Umgebung aus. Natürlich ist es nicht immer so, aber ich merke, wenn sich etwas noch nicht richtig anfühlt, dass es noch nicht das ist, was ich wirklich tun möchte und ich habe die Chance, es neu zu überdenken und ggf. zu verändern. Das bezieht sich nicht nur auf Tätigkeiten, sondern auch auf die Art, wie ich mit Menschen umgehe.

‚Do what you love and love what you do!‘

Weißt du, was das für dich ist?

Es lohnt sich, das herauszufinden! Die Wege dorthin sind individuell: Manchmal braucht es Zeit, manchmal einen einzigen guten Satz, den jemand sagt, Achtsamkeit hilft auf jeden Fall dabei.

P.S.: Das Kissen mit dem Spruch liegt inzwischen immer gut sichtbar in meinem Auto und erinnert mich täglich daran, achtsam zu sein. Danke, Maja!

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